Entdeckungsreise 3 – Schlechtes wendet sich zum Guten

Welche Geschichten enthält diese Entdeckungsreise Schlechtes wendet sich zum Guten?

Mit der hervorgehobenen Geschichte können Sie sich im Buch 100 Bibel-Entdecker-Geschichten ausführlich beschäftigen.

Verkauft!           1 Mose 37,17b−28
Gefängnis und Beförderung           1 Mose 41,14−16.28−39
Wiedersehen           1 Mose 42,1−8
Zurück nach Ägypten           1 Mose 43,1−14
Wieder vereint           1 Mose 45,1−15

 

Allgemeine Tipps: Wie unternehme ich eine Entdeckungsreise?

  • Benutzen Sie immer eine Bibel in kinderfreundlicher Übersetzung, wenn Sie auf Entdeckungsreise gehen. Schlagen Sie die Bibelverse in einer Bibel nach, auch wenn sie im Buch 100 Bibel-Entdecker-Geschichten abgedruckt sind. Das hilft den Kindern, Sicherheit im Umgang mit der Bibel zu gewinnen und mit ihrer Größe und der Anzahl der Seiten vertraut zu werden.
  • Sich in der Bibel zurechtzufinden, kann auch für Sie selbst eine Herausforderung sein. Jede Bibelstelle ist auf die gleiche Weise angegeben. Ein Beispiel: 1 Mose 2,15–22
  • Benutzen Sie das Inhaltsverzeichnis der Bibel, um das angegebene Buch (oder die Bücher) zu finden, das in dieser Entdeckungsreise gelesen wird. In diesem Beispiel heißt das Buch „1 Mose“.
  • Jedes Buch der Bibel ist in Kapitel eingeteilt. In diesem Beispiel wird aus dem Kapitel 2 gelesen.
  • Jedes Kapitel ist in Verse aufgeteilt. In diesem Beispiel werden die Verse 15–22 gelesen. In den meisten Bibeln sind die Verszahlen sehr klein direkt im Text angegeben.
  • Viele der Entdeckungsreisen enthalten fünf Entdeckergeschichten aus demselben Teil der Bibel. Sie finden die nächste Stelle also leichter, wenn Sie ein Lesezeichen verwenden.
  • Die Bibel besteht aus vielen „Büchern“, die zusammen ein einziges Buch bilden. Versuchen Sie herauszufinden, welche Art von „Buch“ Sie gerade entdecken: Ist es ein historisches Buch oder ein Brief? Lesen Sie Worte, die ein Prophet gesagt hat oder die als Lied geschrieben wurden?
  • Nehmen Sie sich Zeit, die Bilder in 100 Bibel-Entdecker-Geschichten anzusehen und darüber auszutauschen. Sie finden online noch mehr über dieses Thema in „Wie nutze ich 100 Bibel-Entdecker-Geschichten?“
  • Wenn Sie diese Entdeckungsreise beendet haben, benutzen Sie den Auswertungsbogen.

 

Biblischer Hintergrund dieser Entdeckungsreise: Einführung in diesen Teil der Bibel

Das Drama aus 1 Mose geht weiter – das Drama um Gottes Plan, die Menschheit von den Konsequenzen ihrer Auflehnung und Sünde zu retten. Die ersten Menschen haben Gott missachtet und wurden aus dem perfekten Garten Eden vertrieben. Gott lässt die Menschheit aber nicht ohne eine Hoffnung oder Zukunft zurück. Er setzt ein Programm in Bewegung, das die zerstörte Beziehung wieder herstellen soll.

Gott hat die Familie von Abraham für seine Verheißung ausgesucht – nicht große Nationen oder mächtige und weise Herrscher. Lesen Sie in 100 Bibel-Entdecker-Geschichten auf Seite 11 mehr über Bundesverheißungen zwischen Gott und seinem Volk. Abrahams Sohn Isaak und sein Enkel Jakob haben die Bestätigung dieser Verheißungen erfahren, aber sie sind trotzdem weit von eine idealen Familie entfernt, wie wir bereits gelesen haben (1 Mose 27.28, lesen Sie auch über Isaak und Ismael in 1 Mose 21,9−20).

Trotz aller Schwierigkeiten und allem Widerstand behält Gott die Kontrolle, bewahrt sein Volk und erfüllt seine Verheißungen. Die Geschichte von Josef handelt von Familienzerbruch, politischen Intrigen, nationaler Katastrophe und Wiederherstellung. Ein Mensch steht im Mittelpunkt dieser biblischen Geschichte, aber der wahre Urheber dessen, was geschieht, ist Gott. Das erkennt Josef schließlich in 1 Mose 50,20.

Die biblische Geschichte trägt sich zu einer Zeit zu, in der internationaler Aufruhr stattfand. Es gab viele Einwanderer, die auf der Suche nach Nahrung waren. Durch die gesamte Geschichte hindurch verfolgt Gott seine eigene Zielsetzung. Das Versprechen an Abraham, welches wieder bedroht scheint, bleibt bestehen. Im Verlauf der Geschichte wird Josef vor seinen Brüdern und vor den Versuchungen in Ägypten – finanziellen und sexuellen – bewahrt. Er erlangt seine Freiheit wieder und erhält eine machtvolle Position.

Zuletzt erleben wir Veränderung und Versöhnung, als Josef und seine Brüder wieder zusammenfinden.

 

Hinweise für die Begleitung der Kinder: Welche Themen behandeln die fünf Geschichten dieser Entdeckungsreise?

In späteren Kapiteln von 1 Mose rückt der Familienkonflikt in der Geschichte von Josef ins Blickfeld. Manchmal denken wir, dass Krisen in der Familie und Zusammenbrüche innerhalb der Familie typisch für unsere heutige Zeit sind. Aber das stimmt nicht, wie wir sehr bald in Josefs komplexer Familiengeschichte feststellen. Auch dort sind Intrige, Betrug, Bevorzugung, Streit und zerbrochene Beziehungen die Erfahrungen, die in der Familie gemacht werden müssen. All dies sind Themen, die die Kinder wahrscheinlich sehr berühren werden. Josefs Familie war ganz und gar nicht perfekt, aber trotz aller Schwierigkeiten und Probleme, verwirklicht Gott seinen Plan. Wir lernen eine ganze Menge darüber, wie Gott in der Welt Dinge bewirkt.

Die Hauptgeschichte dieser Entdeckungsreise in 100 Bibel-Entdecker-Geschichten ist die Geschichte von Josef. Es ist eine lange Geschichte mit vielen Wendungen. Gott wird bis fast zum Ende der Geschichte kaum erwähnt. Im Rückblick kann Josef erkennen, wie Gott sein ganzes Leben hindurch bei ihm war. Gott hat dafür gesorgt, dass Josef zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, um die gesamte Familie zu retten. Wenn Sie seine Abenteuer gemeinsam lesen, könnten diese Themen wichtig werden:

  • Gott wirkt, auch wenn wir es nicht sehen. Die Brüder hatten offensichtlich keine Ahnung, dass Gott sie gebrauchte. Josef muss völlig verblüfft darüber gewesen sein, was mit ihm geschah. Aber die ganze Zeit verfolgte Gott seinem Plan. Beachten Sie, wie oft betont wird, dass Gott mit Josef war (1 Mose 39,2.3.21.23).
  • Gott wirkt, auch wenn wir es nicht verstehen. Im Gefängnis vergessen, hätte Josef verzweifelt und deprimiert sein können. Aber Gott wusste genau, was er tat. Hatte Paulus die Geschichte von Josef im Kopf, als er Römer 8,28 schrieb?
  • Gott wirkt durch das Handeln von Menschen, die Sünde tun. 1 Mose 45,5−8 ist der Schlüssel für die gesamte Episode. Der Egoismus, der Neid und die Schwäche der Brüder, die Lust und die Lügen von Potifars Frau, die Vergesslichkeit des Mundschenks, haben alle ihren Platz. Gott bringt Menschen niemals dazu, zu sündigen, aber wenn sie es tun, kann es zu einem Teil seines Plans werden.
  • Gott erwartet von seinem Volk, dass es ihm vertraut und nachfolgt. Jakob und Josef, wie auch vorher Abraham und Isaak, haben ihre Fehler. Aber auch wenn es hart auf hart geht, vertrauen sie Gott und glauben fest daran, dass er tun wird, was er zugesagt hat. Und sie glauben es nicht nur, sondern sie lernen, auf eine Art zu handeln, die den Charakter Gottes widerspiegelt (zum Beispiel als Josef seinen Brüdern vergibt). Gott hält auch bei uns nach dieser Art zu vertrauen und zu handeln Ausschau.

 

Welche Bedeutung hat die Entdeckungsreise heute?

Beachten Sie, wie die Geschichte endet (1 Mose 50,22−26). Josefs letzte Worte drücken seine feste Überzeugung aus, dass Gott die Verheißung, die er seinem erwählten Volk gegeben hat, erfüllen wird. Er freut sich auf den Tag, an dem Gottes Menschen nach Kanaan zurückkehren werden und lässt sie in dieser Erwartung versprechen, seine Knochen mit in das versprochene Land zu nehmen (2 Mose 13,19). Dies wird den folgenden Generationen eine stete Erinnerung daran sein, dass Ägypten nicht ihre wahre Heimat ist und dass Gott sie eines Tages retten wird. Der Auszug aus Ägypten wird bereits vorbereitet.

Es gibt eine Fülle von Details in der Geschichte von Josef und nicht genug Raum oder Zeit, sie hier alle zu erörtern. Bitte machen Sie sich mit der gesamten Geschichte vertraut, denn die grundlegenden Themen sind wichtig. Zum Beispiel, dass Gott Gutes aus Bösem schafft, Versöhnung statt Rache zu wählen, die Möglichkeit zur Veränderung in jedem von uns.

In Jakobs Familie läuft etwas schief, sie ist zerrissen durch Bevorzugung und Neid. Diese Geschichten können manche Kinder dazu bringen, über ihre eigenen Familienschwierigkeiten reden zu wollen. Vielleicht wollen einige über Ausgrenzung, Verletzung, Missachtung o. Ä. in ihrer Familie reden. Gehen Sie sensibel vor: Hören Sie zu und helfen sie den Kindern, eine Perspektive zu sehen. Bringen Sie sie bitte nicht dazu, von Dingen zu reden, die sie nicht von sich aus erzählen wollen und seien Sie sich über die Gesetze und Schutzbestimmungen für Kinder im Klaren.

Benutzen Sie die Karte auf #Hyperlink zum Download#, um Josefs Geschichte und die seiner Brüder zu verfolgen.

 

Welche Fragen können ins Blickfeld rücken?

Sklaverei

Manche Kinder werden an diesem Thema stärker interessiert sein als andere. Sichtbar wird an diesem Thema die Realität der Kindheit vieler Menschen auf der Erde zeigen.

In biblischer Zeit war es üblich, Sklaven zu halten – und natürlich auch später in der Geschichte. Vielleicht haben die Kinder schon etwas von William Wilberforces Kampagne gehört, die den Sklavenhandel (Sklaven zu kaufen und zu verkaufen) in England beendete und schließlich zu Gesetzen führte, die die Sklaverei verboten. Es war schließlich gegen das Gesetz, einen Sklaven zu besitzen. Vielleicht ist ihnen nicht bewusst, dass Wilberforces Entschlossenheit aus seinem Bekenntnis zu Gott kam.

Aber Sklaverei hat nicht nur mit Vergangenheit zu tun. Folgende Geschichte hat sich wirklich zugetragen:

Juliette war erst sieben Jahre alt, als eine Gruppe Fremder sich in ihrem Dorf im Süden Benins an sie wandte. Sie boten ihr eine Arbeit an der Elfenbeinküste an. Sie bezahlten sogar ihre Eltern. Sie erinnert sich: „Viele Kinder gingen dorthin. Ich wollte auch mit. Ich fand es spannend, mit einem Auto irgendwohin zu fahren.“ Aber Juliette wurde in Wirklichkeit in die Sklaverei verkauft. Jetzt steht sie morgens um 6 Uhr auf, um das Haus ihres Herrn zu putzen und verbringt den Rest des Tages damit, Snacks in einem Marktstand zu verkaufen.

An manchen Orten werden Leute gezwungen, ohne Lohn zu arbeiten, weil sie zu arm sind, um ihre Schulden zu bezahlen. Es kann zum Beispiel sein, dass eine Familie sich Geld geliehen hat, um Medizin zu kaufen, und jetzt muss ein Familienmitglied arbeiten – vielleicht über Jahre. Viele Kinder werden gezwungen, unter sehr schlechten Bedingungen und für sehr wenig Geld zu arbeiten. Manche müssen im Krieg kämpfen. Das ist eigentlich verboten, aber trotzdem sind jedes Jahr Millionen von Menschen betroffen.

Manche Kinder werden fragen, warum Abrahams Familie Sklaven hatte. Dies war einfach eine Realität in biblischen Zeiten. Das bedeutet nicht, dass Gott Sklaverei gutheißt. Es gibt strenge Regeln in der Bibel, um den Schutz und den guten Umgang mit Sklaven zu sichern.

Potifars Frau

Kinder werden wahrscheinlich mehr darüber wissen wollen, warum Josef eingesperrt wurde. Es wird auf die Kinder ankommen, wie Sie mit dieser Geschichte umgehen. Was sich die Kinder vielleicht schwer vorstellen können, vielleicht  ist, dass Josef „Nein“ zu einer Frau sagt, die Macht über sein Leben hatte. Naiveren Kindern, die nachfragen, reicht es zu sagen, dass Potifars Frau ihren Mann betrügen wollte, aber dass Josef das abgelehnt hat.

Josefs Mantel

Der Mantel, den Jakob seinem Lieblingssohn Josef gab, war sehr lang und hatte lange Ärmel. Das zeigt, dass von Josef nicht erwartet wurde, mit seinen Händen zu arbeiten. Normalerweise bekam der älteste Sohn so einen Mantel, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Josefs Brüder nicht gerade begeistert waren, dass der jüngste Sohn ihn bekam.

 

Kreatives Gebet: Worüber rede ich mit Gott?

Zeichnen und beschriften Sie eine einfache Kurve von Josefs Leben, in der Sie die Höhepunkte und Tiefpunkte markieren. Er fing oben an (Lieblingssohn, 1 Mose 37,3), dann ging es abwärts (in die Sklaverei verkauft), hoch (Verwalter von Potifars Haushalt, 1 Mose 39,4), runter (ins Gefängnis geworfen, 1 Mose 39,19), dann wieder sehr hoch (Verwalter von ganz Ägypten). Erinnern Sie die Kinder daran, dass Josef wusste, dass dies alles Teil von Gottes Plan war. Gott ermöglichte es Josef, nach Ägypten zu gehen, so dass er den Rest der Familie retten und sicherstellen konnte, dass Gottes Versprechen an Abraham und seine Nachkommen erfüllt würde. Betonen Sie, dass Gott selbst aus schlechten Umständen Gutes schaffen konnte – und immer noch kann!

Reden Sie mit den Kindern darüber, was sie mit ihrem Leben gerne machen würden. Hören Sie zu und zeigen Sie Interesse an ihren Bestrebungen. Sprechen Sie ihnen zu, dass Gott einen Plan für ihre Zukunft hat und ihr ganzes Leben hindurch bei ihnen sein wird, genau wie er bei Josef war. Beten Sie für die Zukunft der Kinder, bitten Sie Gott, bei ihnen zu sein und sie zu gebrauchen, um seine Versprechen zu halten.

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